Nebelland

Verney 1826 – „Nebelland“ (2009, Shinto Records) – currently out of print

Lyrics

Lionel

Schweigend mein Herz
Still ruht der Schmerz
Wann immer es fällt
Am Ende der Welt

Schweig still mein Schmerz
Ich folge dir, Herz
Doch dort, wo ich steh‘
Wogt tief nur die See

Schweigend die Nacht
in Sorge verbracht
Die Heimat weit fort
Verwunschener Ort

Schweigend mein Schmerz
Im Tiefschlaf das Herz
Denn dort, wo es lag
Dort dämmert der Tag

Text: Lionel Verney

SummerEnds

When summer ends
We fade to grey
We’ll soon be laid
In darkest earth
The blooming flower fields
Must die when autumn rings

Sommer stirbt
Verweht im Wind
Ein Blatt im Traum
Bedeckt das Kind

Es läuft davon
Und sucht die Nacht
Der Tropfen fällt
Der Herbst erwacht

Sommer stirbt
Den feuchten Tod
Der Traum vergeht
Im Abendrot

The wind is a chilly breeze
It will blow away withered leaves
Falling from the trees
They shall cover my tombstone
Fly away, my dear troubled soul
Fly away from your broken home
Please remember, do remember me
When I’m laid in darkest earth
Summer ended long ago.

Sommertraum
Nach langer Nacht
Bin zitternd ich
Vom Schlaf erwacht
Erhebe mich
Es schweift der Blick
Über das Feld
Zu mir zurück
Wo früher einst
Das Kornbett stand
Erstreckt sich nun
Die Nebelwand

Sommer stirbt
Sommer stirbt

Text: Lionel Verney & Anna Aliena

L’Aurore

Lorsqu’au soleil couchant la triste lune se lève,
un oiseau de noir s’élance vers le ciel
Les ailes frémisent, mais elles brisent au vent
comme mon amour just avant…
La lumière de l’aurore éveille mon espoir!

Der Schlaf zu lang
Der Weg zu weit
Die Nacht zu kalt
In Dunkelheit.

Der Strahl bricht auf
Die Hoffnung: Zeit
Noch webt der Tau
In Einsamkeit.

Der trübe Tag
Enthüllt noch nicht
Der Spinne Spur
Im Silberlicht.

Der erste Schein
Er gibt Geleit
Im Morgenblau
Verbundenheit.

Dann schickt sie ihren Gruß über die Wälder.
Dann stiehlt sie Tochter Nacht das schwarze Tuch.
Dann wärmt ihr Lachen unsre grünen Felder.
Besiegt das Morgenlicht den Bruder Tod.

Le printemps qui commence expulse mon hiver,
fait chasser les nuages qui cachaient les flammes du soleil
A lui ma tendresse, mon coeur est plein d’amour
Je me jette dans l’ivresse bien que le sentiment soit fou!
Quand l’aurore tombe sur la terre de l’espoir,
la nuit sombre et funeste cède à la vie en rose des beaux rêves
Quand l’aurore verra la terre de l’espérance,
le foulard de noir s’enlévera et volera au vent,
passant les frontières
L’amour du cimetière sera vaincu par les larmes de mon âme
Dans mes rêves le foulard de noir s’enlève…

Text: Lionel Verney & Anna Aliena

Unter Stein

Das Wasser, das ihr täglich predigt
Fließt aus Quellen unter Stein
Viel zu schwer, um zu ergründen:
Was mag wohl darunter sein?

Bücher werden weggeworfen
(Herzlos unterm Stiefeltritt)
Musik (einst heilig), nun entbehrlich
Meine Seele leidet mit

Tötet alles, was es
Zwischen mir und euch einst gab
Der Weg, auf dem ihr aufwärts steigt
Führt euch immer mehr bergab

Text: Lionel Verney

Albatros

Ich werde diesen Weg nicht gehen.
Ich bleibe hier zurück.
Die Menschheit mag nur westwärts ziehen.
Ich bleibe hier zurück.

Des Menschen Flug glich niemals dem des Albatros.
Sein Sehnen, all sein Hoffen war noch niemals frei.
Verkümmert, weil von uns stets das erwartet wird,
Was uns noch stärker macht, auch wenn das Herz gefriert.

Ich werde diesen Weg nicht gehen.
Ich bleibe hier zurück.
Die Menschheit mag nur westwärts ziehen.
Ich bleibe hier zurück.

Text: Lionel Verney

Stadt im Regen

Hab’ die Stadt im Regen gesehen
Da war sie wunderschön.
Doch nun, im Sonnenschein
Bin ich wieder allein.

Text: Lionel Verney

Il nome della rosa

Was bleibt von uns, der stolzen Rose
Nach dem letzten hellen Brand?
Sind wir mehr als nur ein Schatten
Mit Ruß gezeichnet an die Wand?
Sind nicht mehr als zwei Gedanken
Und ein Name, unbekannt.

Text: Lionel Verney

Epitaph

Mein einzig Licht in dieser Nacht
Ist nun tot
Mein einzig Stern im kalten Nichts
Ist nun tot.

(Was haben wir ihm angetan?
Und tötet unser Größenwahn?
Jetzt und einst…
Jetzt und einst…)

Ich trete auf das Feld hinaus
Leere sticht
Das Gleißen auf der Sonnenbank
Einsam bricht.

Gefährte war’s, dies stolze Tier
Hebt den Blick
Und schaut ein letztes Mal zu mir
Stirbt sein Blick.

(Was haben wir ihm angetan?
Und tötet unser Größenwahn?
Jetzt und einst…
Jetzt und einst…)

Sein Blut an unsren Zähnen klebt
Feucht und rot
Sein Fleisch auf unsrem Teller bebt
Ist nun tot.

Text: Lionel Verney

DeadSunday

Die Hauswand hinab
grauer Regen rinnt.
Der Wind aufs Neue
den Tanz beginnt.
Er zerrt an den Haaren
streift mein Gesicht.
Ich sehe dich an –
erkenne dich nicht.
Du nimmst meine Hand,
du weißt was ich mag.
Wir gehen vorüber
am Wintertodtag.

Text: Lionel Verney

Skriptorium

Skriptorium…
Welt der Schriften.
Zwischen Säulen.
Und Geschichten.

Nehmt Ihr mir auch.
Mein Dasein fort.
Leb ich doch hier…
Lichter Ort.

Text: Lionel Verney

Lithographie

Vergangenheit – stets fernes Leid
Auf grauem Pergament
Vergangenheit – kein totes Land
Verdorrt in meiner Hand

Vergangenheit – stets fernes Leid
Auf altem Pergament
Vergangenheit – die Zukunft schweigt
Da uns die Zeit vergaß

Text: Lionel Verney


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